09.06.2015 Wochenpost

Senioren beraten Senioren im »i-Punkt«

Arbeiterwohlfahrt eröffnet Anlaufstelle für ältere Menschen

Langenfeld. (NM). Im »Probe­betrieb« waren die Senioren­scouts der AWO Langenfeld im »i-Punkt Senioren« bereits seit Anfang April als Ansprechpartner für ältere Menschen in Aktion. Auf einer Augenhöhe beraten und informieren hier Senioren andere Senioren. Ende Mai wurde die Anlaufstelle im Siegfried-Dißmann-Haus feierlich eröffnet.

 

»Wir haben durch die Quartiersarbeit festgestellt, dass es für die Menschen wichtig ist, Anlaufstellen zu haben, wo sie Hilfe finden«, sagt Klaus Kaselofsky, Vorsitzender der AWO Langenfeld. Im i-Punkt Senioren im Siegfried-Dißmann-Haus an der Solinger Straße informieren und beraten ältere Menschen andere ältere Menschen und vermitteln sie bei Bedarf an entsprechende Stellen wie das Seniorenbüro der Stadt, die Verbraucherzentrale oder auch andere AWO-eigene Angebote weiter. Der seit Anfang April laufende Probebetrieb habe gezeigt, so Kaselofsky, dass viele Langenfelder das Beratungsangebot bereits dankend annehmen. Ende Mai wurde der i-Punkt Senioren nun feierlich eröffnet.

 

Die Anlaufstelle übernimmt mit ihren Aufgaben die Funktion eines »Kümmerers« in Immigrath. »Mit dem i-Punkt Senioren schafft die AWO im Stadtteil Immigrath ein gutes Hilfs- und Unterstützungsangebot für die Älteren. Hierdurch wird ein weiterer Baustein im Netzwerk für ein Leben zu Hause geschaffen«, stellte Marion Prell, 1. Beigeordnete und Sozialdezernentin der Stadt Langenfeld, bei der Eröffnung anerkennend fest. Das Ehrenamt – sich für andere einzusetzen – sei in Langenfeld sehr gut ausgeprägt, betonte sie und bedankte sich bei den sieben ehrenamtlichen Seniorenscouts, die im i-Punkt tätig sind. Zudem verriet sie, dass sie noch ein »Pöttchen« für die Weiterbildung von Ehrenamtlern zur Verfügung habe.

 

Lothar Witzleb, ehemaliger stellvertretender Bürgermeister, ist einer der Seniorenscouts. Mit Fragen zu Betreungsangeboten für ihre Ehepartner oder zum Erbschaftsrecht sind ratsuchende Langenfelder schon zu ihm in den i-Punkt Senioren gekommen. »Der i-Punkt ist für die Leute eine wichtige Hilfestellung. Die Hemmschwelle, hierher zu kommen, ist für viele niedriger als beispielsweise ins Bürgerbüro zu gehen«, weiß er. Im Team der Seniorenscouts könnte er sich gut auch noch jüngere Kollegen vorstellen, denn die Altersspanne der heutigen Senioren ist groß und die Probleme sind vielfältig.

 

Der i-Punkt Senioren wurde von der AWO Langenfeld mit dem Netzwerk ZWAR (Zwischen Arbeit und Ruhestand) in enger Abstimmung und mit Unterstützung der Stadt entwickelt. Finanziell unterstützt wird das Projekte zudem durch Fördermittel aus dem Programm »Anlaufstellen für ältere Menschen« des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Das gemeinsame Bestreben von Stadt und Sozialverbänden ist darauf ausgerichtet, die Lebensqualität auch in Zeiten der aktuellen demografischen Entwicklung aufrecht zu erhalten und den geänderten gesellschaftlichen Strukturen anzupassen. Für die AWO ist die Anlaufstelle ein weiterer Baustein in der Palette der sozialen Angebote vor Ort.