19.08.2015 Wochenpost

Kein Krawatten-Ende in Sicht!

Langenfeld. (NM). Was man mit Krawatten so alles anstellen kann! Gäbe es Bürgermeister Frank Schneiders Stadtwette nicht, blieben so manche Krawatten-Ideen wohl auf der Strecke. Die ­einen animiert der zeitlose Binder zu Fotokunst, die anderen zu kreativen Karnevalskostümen.

 

»Ich hab 500 Stück zusammengenäht«, erzählt Maria Röhl. Die Senioren ist in der Nähgruppe der AWO und hat gerne dazu beigetragen, dass Bürgermeister Frank Schneider am 29. August seine Wette wohl verlieren wird: Mit fast 5.000 Krawatten ist die in der Wette anvisierte Zahl von 1.000 Stück längst überboten. Nun liegt es »nur« noch an den fleißigen Schneidern und Schneiderinnen, die ausgedienten Modeaccessoires zu einem Riesen-Exemplar zusammenzunähen, um den Sieg gegen das Stadtoberhaupt einzufahren.

 

»Gar nicht so einfach«, weiß Maria Röhl jetzt, denn Krawatten haben nicht einfach gerade Kanten, sondern leichte Rundungen am Halsbereich. Die 500 Stück hat sie zu Hause zusammengenäht, nicht bei der AWO. »Meine Nähmaschine kriege ich ja nicht aufs Fahrrad«, lacht sie. Beim Sortieren nach Farben und Längen   hat ihr Näh­-Kollegin Maria Schilling aus dem Krawatten-Café geholfen, das für die Wette alle zwei Wochen beim AWO Ortsverein Langenfeld zum gemeinschaftlichen Schneidern einlud.

 

Trotz der immensen Zahl an durch die Maschine gezogenen Schlipsen scheinen die AWO-Näherinnen immer noch nicht die Nase voll zu haben: »Wir haben dabei gemerkt, was man noch alles daraus machen kann. Jetzt wollen wir Westen und Röcke für Karneval aus Krawatten nähen!« Da bleibt nur zu hoffen, dass in Langenfelds Schränken überhaupt noch ein paar übrig geblieben sind.

 

Mit dem Nähen war es für die AWO-Besucher übri­gens nicht getan: Klaus Kaselofsky,­ Vorsitzender der AWO, nutzte die Gelegenheit, die Krawatten-Näherinnen und -Näher und Besucher der Begegnungsstätte im Siegfried-Dißmann-Haus als Models für ein Fotoprojekt zu verpflichten. Unter dem Titel »Die Krawatte und ich« zeigen die abgelichteten Personen, was man sonst noch so alles mit Krawatten anstellen kann, außer sie sich um den Hals zu binden. »Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit den Modellen zu arbeiten«, erzählt Hobby-Fotograf Kaselofsky und freut sich über die gelungenen Ergebnisse – und die Möglichkeit, diese in der ersten Etage des Rathaus-Foyers präsentieren zu können. Die Fotos sind dort bis Mitte September zu sehen.